Suzuka

Morgens geht es früh aus dem Bett. Um 5:30 klingelt unser Wecker, schnell ziehen wir uns an und bei minus 10 Grad stapfen wir die paar Meter zum Bahnhofshaus durch den frisch gefallenen Schnee. Uns steht die Fahrt nach Suzuka bevor, wo wir Tim besuchen wollen, der sein Praktikumsplatz doch noch bekommen hat und der eigentliche Grund unserer Japanreise ist. Wäre er nicht hier, hätten wir unsere Reise in Vietnam beendet. Am späten Nachmittag kommen wir in Nagoya an, nur noch eine Zugfahrt mit der local line trennt uns von Kawarada und Tim. Nicht sicher, welchen wir Zug wir nehmen sollen (die App verrät das nicht genau), fragen wir eine Bahnhofsangestellten, welcher uns entschlossen zu einem Zug schickt. Um uns doppelt abzusichern, fragen wir dort angekommen noch einen Angestellten. Dieser schüttelt leicht entnervt den Kopf und bedeutet uns ein Gleis weiterzugehen. Kurz vor dem Abfahren aber mit noch geöffneten Türen springen wir hinein und ich frage die 20 uns anstarrenden Augenpaare (wir sind mit unserem Gepäck schon ein beeindruckender Anblick) „Kawarada?“-Keine Reaktion. Also noch einmal: „Kawarada?“. Ein paar Leute fangen an verlegen zu lachen, andere schauen betreten zu Boden. Also entscheiden wir uns unser Glück zu testen-erfolgreich. Kurz darauf kann ein Schuljunge Ilija per Handyübersetzer bestätigen, dass wir uns im Zug Richtung Kawarada befinden.

Dort angekommen brauchen wir erstmal einen öffentlichen Wlan Hotspot, um Tim zu erreichen. Sim Karten haben wir uns für Japan nicht geleistet. Nachdem uns ein andere Schuljunge per „straighto“ und „righto“ den Weg zu Seven Eleven gewiesen hat, erreichen wir Tim dennoch nicht. (Japaner sprechen, wenn sie überhaupt Englisch sprechen, meist ein japanisch ausgesprochenes Englisch. Um ehrlich zu sein, ist Japan das am schlechten Englisch sprechende Land unserer Reise. Selbst der Durchschnittskambodschaner hat ein besseres Englisch gesprochen!). Dies liegt daran, dass Tim jeden Tag bis frühestens um sechs Uhr in der Firma arbeiten muss. Wie wir später lernen muss er dabei sein Handy zu liegen lassen, um keine Firmengeheimnisse preisgeben zu können (Produktion von Autoprototypen). Zum Glück muss er an diesem Tag keine Überstunden machen und kommt uns ein einhalb Stunden später bei Seven Eleven abholen.

Die nächsten Tage bis zum Wochenende verlaufen recht unereignislos. Ilija und ich hängen in Tims Wohnung rum, abends stößt er nach dem Arbeiten zu uns. Unterbrochen wird dies nur durch regelmäßiges Einkaufen und Skatepausen. Kochen können wir in Tims Appartement nicht, da die Küche wirklich unvorstellbar klein ist. So gibt es meistens Bentos (vorgekochte Reis-Fleisch Gerichte) zu Essen. Obwohl wir so wenig unternehmen, ist es trotzdem sehr schön einen ersten Freund aus Deutschland wieder zu treffen.

Am Wochenende unternehmen wir gemeinsam mit Tim zwei Ausflüge. Samstag fahren wir in einen Outletpark. Dort wird das ständige Essen eigentlich nur vom gelegentlichem Auswählen der skurrilsten Kleidungsstücke und anschließendem Posen unterbrochen. Vollgegessen geht es abends in ein Onsen (japanisches Wellnessbad). In einem Vorraum zieht man sich komplett aus – Onsen sind nach Frauen und Männern getrennt. Dann gelangt in einen großen Waschraum. Dort wäscht man sich auf einem kleinen Holzhocker sitzend ab. Anschließend gelangt man in das eigentlich Onsen. Es gibt einen Innen- und Außenbereich, wo es jeweils verschieden Wasserbecken mit unterschiedlich warmen Wasser gibt. In den schön angelegten Steinbecken liegt man dann entspannt herum, bis der Kreislauf schwach wird oder man weiterziehen möchte. Ilija und ich sind die einzigen Ausländer. Ohne Tims japanisch Kenntnisse hätten wir uns hier definitiv nicht zurecht gefunden. Abends gehen wir noch in der nahegelegenen Stadt, deren Namen ich vergessen habe, essen und trinken ein paar Highballs (Whiskey-nicht unbedingt meins, aber der Limetten Highball war ganz gut).

Am nächsten Tag fahren wir mit Tim nach Nagoya. Dort laufen wir den ganzen Tag durch die Stadt. Highlight des Tages ist, dass Tim sich ein Skateboard kauft (wir sind auf seinen Fortschritt bis September 2019 gespannt!).

Da wir in Tokio einen USB Stick benötigen und wir vergessen haben einen zu kaufen, muss ich am Morgen unserer Weiterreise nach Tokio mit dem Fahrrad zum 4 Kilometer entfernten Elektronikmarkt fahren. Klingt einfach, ist eigentlich auch relativ simpel. Problematisch ist nur, dass Tim dies vergessen hat und morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren ist. Als ich vor die Tür trete sehe ich also nur ein total fertiges, altes und nicht abgesperrtes Rad. Ein wenig wundert es mich schon, wie die Firma Tim so ein schlechtes Fahrrad stellen kann. Gefühlt kann man nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren. Schließlich komme ich total verschwitzt eine halbe Stunde vor dem Laden an, nur um Festzustellen, dass der Laden erst in einer halben Stunde aufmacht. Das Ganze macht unseren Zeitplan ein wenig zu Nichte (aber nur ein kleines bisschen). Sobald der Laden öffnet, stürme ich herein und düse (abermals höchstens mit Schrittgeschwindigkeit) wieder zu Tim. Dass ich stehen gelassenes Fahrrad und nicht Tims Fahrrad benutzt habe, stellt sich im späteren Gespräch heraus… Den Zug bekommen wir trotzdem noch entspannt-wir packen einfach doppelt so schnell, um den Zeitplan noch aufzuholen.

Weiter geht es nach Tokio, dem letzten Stop unserer Reise!

diese kleine Leckerei (Corn Dog-nicht wirklich lecker) haben wir uns während des Wartens auf Tim gegönntSuper-Kappen unser riesen Eis im Outlet

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Niseko (Hirafu)

Früh morgens um 5:30 Uhr startet unsere Reise in Richtung Nordhalbinsel. Der verrückte Plan in Japan Skifahren gehen zu wollen hat sich bereits in Australien in unseren Köpfen festgesetzt und soll nun Realität werden. Mit dem Shinkansen (auch als Bullet-train bekannt, Bullet ist hierbei ein Synonym für die Geschwindigkeit) geht es Richtung Norden. Dabei wird von Stunde zu Stunde die Außentemperatur niedriger und als wir am frühen Nachmittag auf der Nordhalbinsel ankommen, liegt das erste mal wirklich ordentlich Schnee. Weiter geht es nun mit zwei kleinen Bimmelbahnen durch immer dichter werdendes Schneegestöber und immer höher liegenden Schnee. Schließlich muss der Zug sogar während des Fahrens gleichzeitig den Schnee räumen, der sich links und rechts der Gleise in bestimmt 2m Tiefe über die Landschaft ausgebreitet hat.

Um 6 Uhr abends kommen wir endlich in Hirafu an. Das kleine Bahnhofshaus ist gleichzeitig der Aufenthaltsraum unseres Guesthouses. Neben ein paar weiteren Hütten hat Hirafu außer Schnee nicht viel mehr zu bieten. Eine dieser kleinen Hütten beziehen wir. Eigentlich für 4 Personen gedacht, haben wir die kleine Blockhütte ganz für uns. Gewärmt wird sie durch einen kleinen Gasofen, der ein bisschen wärmer hätte sein können, und zum Schlafen bekommt jeder zwei dicke Decken. Eine Dusche haben wir in unserem Zimmer nicht, dazu müssen wir durch den Schnee zum Bahnhofshaus stapfen, wo sich auch die Gemeinschaftsküche befindet. Dort lernen wir einen Amerikaner kennen, welcher vom japanische Tiefschnee schwärmt, Niseko als das Freeride-Gebiet der Welt bezeichnet und sich deshalb für einen Monat im Guesthouse aufhält. Von ihm bekommen wir ein paar nützliche Tipps für den nächsten Tag, unter anderem welche Gates sich besonders lohnen (die Freeride Zonen sind hier durch Seile abgesteckt und man kann sie nur sogenannte Gates, kleine Öffnungen in der Absperrung, betreten. Dies dient dem Schutz vor Lawinen (jeden Tag werden die Bereiche kontrolliert).

Am nächsten Morgen geht es früh aus dem Bett. Der Besitzer unseres Guesthouse fährt uns gemeinsam mit anderen Gästen zum Skigebiet. Dort leihen wir uns in einem Verleih neben Tiefschneeski usw. auch Handschuhe, Skihose und -jacke aus.Anschließend geht es mit dem Sessellift den Berg hinauf. Direkt wird klar, das Japan seinen Ruf als Schneeloch absolut übertrifft. Die eigentlichen Pisten würden in Europa als solider Pulverschneetag durchgehen. Abseits der Pisten erwartet uns ein nie zuvor erfahrenes Tiefschneerlebnis. Durch Gate 3 geht es zu Fuß auf den Gipfel. Der Weg durch den Eiswind lohnt sich, uns steht eine Abfahrt mit teils schulterhohem Tiefschnee bevor. Die -10 Grad fühlen sich gar nicht so kalt wie erwartet an, das unbeschreibbare Gefühl des Tiefschneefahrens lässt jeden Gedanken an Kälte verschwinden. Mittags gibt es vorgekochten kalten Reis mit Tomatensauce im Tiefschnee. Gegen 16 Uhr trinken wir eine heiße Schokolade bevor es ans Nachtskifahren geht. Schließlich sind wir um 18 Uhr, nach 10 Stunden purem Genussskifahren müde und glücklich fertig. Einen Döner (der lecker, aber nicht nach Döner, schmeckt) und eine halbe Stunde Wartezeit später werden wir abgeholt.

Am nächsten Morhen geht es um sechs Uhr in Richtung Suzuka, um Tim zu besuchen. Mount Fuji aus dem Zug Ilija im Einersessellift, man beachte im Hintergrund die Schlange (der Lift ist der einzige Weg zum beliebten Gate 3)

Kyōto

Obwohl das Bahn System in Japan extrem geordnet und pünktlich ist, schaffen wir es auf dem Weg nach Kyoto mit einem Zug in die falsche Richtung zu fahren und an Kyoto Station vorbeizufahren. Bei einem Umsteigestop spricht uns, während ich gerade versuche auf dem Handy unser nächstes Gleis herauszufinden, plötzlich ein japanischer Opa an. Er fragt uns wo wir hinmüssen und bedeutet uns dann ihm zu folgen. So begleitet er uns bis in den nächsten Zug hinein. Noch ein wenig im südostasiatischen Modus, rechnen wir fest damit, dass uns der Mann für den Service Geld abverlangen will-doch nichts dergleichen passiert. Zwei Stationen weiter (er ist sogar mit dem Zug mitgefahren) verabschiedet er sich und steigt aus dem Zug aus, nicht jedoch ohne mir davor mit einem Zeigestock auf dem Plan gezeigt zu haben, wo wir aussteigen müssen (wir fahren im Endeffekt trotzdem an der Station vorbei).

Dann doch noch im Hostel angekommen, geht es erst einmal einkaufen. Nachdem wir etwas gegessen haben gehen wir noch eine Runde skaten. Dabei werden wir zweimal von genervten Anwohnern verscheucht bis wir in der hinteren Ecke eines Parkplatzes einen ruhigen Platz finden.

Am nächsten morgen regnet es. Wir wollen unseren einzigen Tag in Kyoto dazu nutzen eine japanische Tempelanlage und den Inari Schrein zu sehen. Mit Regenjacken vermummt machen wir uns durch die nasse Kälte auf zum Inari Schrein, der nur 5 Minuten zu Fuß von uns entfernt liegt. Die aneinandergereihten Tore sind sehr schön, ziehen aber eine große Touristenmenge an. Anschließend fahren wir mit der Bahn in die Stadt. Dort schauen wir uns einen riesigen Tempel an, der uns an eine schönere Version der chinesischen Tempel und Versammlungsstätten in Vietnam erinnert.

Zurück im Hostel treffen wir Takumi wieder, dem wir in Vietnam im Hostel in Da Nang kennengelernt haben. Mit ihm führen wir eine interessante Unterhaltung über die japanische Jugend und seine verwirrenden Zukunftspläne. Außerdem dürfen wir gratis waschen und den Massagestuhls des Hostels ausprobieren (dickes Dankeschön!).

Morgen müssen wir früh aufstehen, da wir mit dem Zug auf die Nordinsel nach Niseko zum Skifahren fahren.Fushimi Inari-Taisha Schrein der Tempel in der Innenstadt interessante Toilettenhinweise

Osaka

Als wir in Osaka landen, begrüßt uns der Pilot im Flugzeug mit „Good Morning“. Mit unseren 2 Stunden Schlaf aus den letzten 24 Stunden ist das keine sonderlich schöne Nachricht. Allerdings haben wir es immerhin „nur“ mit einer Nacht Verspätung nach Japan geschafft. Der Grenzbeamte Japans untersucht meinen Reisepass höchst genau (Ilija muss schon lange auf mich warten). Mein Pass wird geröntgt, unter Blaulicht gehalten, auf Wasserzeichen untersucht, usw. usw. Schließlich wird mir die Reise dann aber auch noch gewährt und entlang an einem Pokemon-Spielplatz und mehreren Mariofiguren (so wird einem schnell klar, dass man sich nur in Japan befinden kann) machen wir unseren Weg zu den Gepäckbändern. Der freundliche Zollbeamte fragt uns ob wir gefälschte Waren in unseren Rucksäcken haben was wir natürlich verneinen müssen (die drei Trikots zählen wir einfach mal nicht). Zum Glück durchsucht er anschließend nur unser Handgepäck, wo sich nichts Verbotenes finden lässt.

Nun sind wir also in Japan. Noch am Flughafen kaufen wir uns unser Japan Railpass Ticket, mit welchem wir für drei Wochen alle Züge der JR-Company nutzen können. Auf Empfehlung des Japaners aus Vietnam haben wir eine nach Daten geordnete Liste mit allen Shinkansen Verbindungen, die wir nutzen werden, angefertigt. So kann die Verkäuferin gleich in diesen für uns einen Platz reservieren (für bestimmte Shinkansen muss man verpflichtend einen Platz gebucht haben). Dann geht es mit der Bahn Richtung Hostel. Schon aus dem fahrenden Zug fällt uns auf, wie anders Japan aussieht. Alles ist ordentlich und sauber, und die kleinen in ihren Schatten gekauerten Häuser sind in braun-grau Tönen gehalten. Direkt ins Auge fallen auch die praktischen Autos, welche ein wenig aussehen als seien sie gegen eine Wand gefahren. Diese scheinen hier der absolute Renner zu sein, was aufgrund der schmalen Straßen auch durchaus verständlich ist. Ich hatte mir Japan viel mächtiger und ausladender vorgestellt.

Im Hostel angekommen legen wir fest, dass wir bis abends ohne Schlaf durchhalten wollen, um den Rhytmuswechsel möglichst gut kompensieren zu können. Als geht es, nachdem wir geduscht sind, in die Stadt um Adpater zu kaufen (die Steckdosen sind entgegen unserer Erwartung doch anders als die Europäischen; und zwar so | | , nicht so • • ). Auch die Innenstadt Osakas ist für eine Stadt mit über zwei Millionen Einwohnern ziemlich ruhig und klein gehalten. Schnell finden wir die Adapter. Ein anschließender Spaziergang durch die Stadt (mit einer dringend notwendigen Kaffeepause bei Starbucks) überzeugt uns sehr. In einem Second Hand Laden kaufen wir uns beide richtige Hosen (wir sind unsere bisherige Reise nur in Wanderhosen unterwegs gewesen) und ich finde auch die wirklich notwendige Mütze.

Am nächsten Tag ist Ilija leider krank (das ganze Heckmeck am Vortag hat anscheinend nicht zu seiner Genesung beigetragen). Also bleiben wir im Hostel. Dort lernen wir Koh kennen, der für das Hostel arbeitet. Er hat einen verblüffend ähnlichen Musikgeschmack wie wir und will im September nach Australien ziehen (somit ist die Grundlage für ein gutes Gespräch geben).

Am folgenden Tag fühlt sich Ilija wieder gut genug um aktiv zu werden und da uns Koh sagt, dass es in Osaka keine wirklichen Sehenswürdigkeiten gibt, laufen wir einfach planlos durch die Stadt und entdecken einige lustige, kleine Läden. Abends probieren wir Takoiaki (Oktopusbällchen) und Okonomiaki (undefinierbar aber sehr lecker) bei dem uns von Yasaka (ebenfalls eine Mitarbeiterin der Hostels) empfohlenen TakoTakoKing. Und tatsächlich überzeugen uns die beiden Gerichte sehr (durch die sich bewegenden Fischflocken-anscheinend durch die Hitze verursacht-scheint das Gericht noch zu leben und erweckt einen interessanten Anblick). Zurück im Hostel fragt uns Koh ob wir noch mit ihm in einer Bar gehen wollen (dazu können wir natürlich nicht nein sagen) -eine sehr gute Entscheidung! Er bringt uns in einen winzigen Raum in dem gerade einmal 10 Personen gequetscht Platz finden. Die Bar gehört seinem Freund und ist wirklich eindrucksvoll klein. Nach einem Getränk ziehen wir weiter in die Down Bar (eine Skaterbar). Ebenfalls eine beeindruckend coole Bar. Anschließend geht es Ramen essen. Neben uns sitzen zwei betrunkene japanische Pärchen, die sich auf japanisch mit den Leuten aus unserem Hostel unterhalten und uns plötzlich beim gehen Geld entgegenstrecken. Als wir Koh später fragen warum wir das Geld bekommen haben, meint dieser dass es sei weil wir „handsome“ und noch so jung seien, sodass uns die Japaner Geld für unsere Reise geben wollten (kein weiterer Kommentar). Die umgerechnet 10 Euro werten Geldscheine geben wir anschließend gemeinsam bei Seven-Eleven (einem 24 Stunden Supermarkt) aus. Generell sind alle Japaner und Koreaner überrascht, wenn wir unser Alter preisgeben. Ihre Schätzungen reichen von 20-26.

Eine tolle und ziemlich lokale Erfahrung, die man in Japan glaube ich sonst nicht so einfach machen kann (aufgrund der Mentalität der Japaner, die sonst eher verschlossen zu sein scheinen-genau sagen kann ich das aber noch nicht). Osaka Downtown Osaka Downtown pt. 2die engen Gassen das interessante Essen (Takoiaki)in der Down Bar mit Koh und Hazukijapanische Süßigkeiten von Seven Eleven

Flug nach Osaka

Eine kurze Geschichte von einem großen Fehler und Wartezeitüberbrückung bei Burgerking. Wie geplant, stehen wir morgens entspannt um 9 Uhr auf. Mit dem Taxi geht es zum Flughafen und dort angekommen stellen wir fest, dass wir im falschen Terminal sein müssen, da unser Flug nicht auf den Anzeigetafeln zu finden ist. Per Shuttlebus geht es zum anderen Terminal (wie es auch auf unserem Flugticket vermerkt ist, also kein Grund zur Beunruhigung). Als dort jedoch abermals der Flug nicht zu finden ist und beim Self Check-In von Jetstar eine Fehlermeldung auftaucht, werden wir langsam unruhig. Die Frau vom Jetstar Kunden Service verweist uns an einen anderen Schalter. Dort schauen uns die Mitarbeiterinnen entgeistert an, als wir Ihnen unser Flugticket präsentieren und eröffnen uns schließlich, dass wir unseren Flug verpasst haben. Ungläubig fragen wir, wie das denn sein kann und müssen leider feststellen, dass der Flug um 2:15 nachts und nicht mittags ging. Wir schaffen es schnell (nachdem wir wieder zum anderen Terminal fahren mussten) die Schockphase zu überwinden und ein neues Flugticket zu erwerben, welches skurriler Weise sogar billiger als das andere Ticket ist.

Mit dem neuen Ticket in der Tasche fällt uns auf, dass die extra eingeplanten 3 Stunden am Flughafen (falls alles schieflaufen sollte) nun natürlich nach hinten losgehen. Uns stehen 14 Stunden Wartezeit bevor bis unser Flieger um 1:40 Uhr nachts starten kann. Diese überbrücken wir mit mehreren Mahlzeiten (der Großteil davon bei Burgerking) und einer kleinen Skaterunde vor dem Flughafengebäude. Als die 14 Stunden endlich herum sind, geht es auf den Weg zum Flieger. Mein vorläufiger Reisepass wird mehrmals sehr argwöhnisch begutachtet (danke und liebe Grüße an das Eltviller Rathaus) und schließlich werde ich bei der Sicherheitskontrolle angefangen und angewiesen der Bediensteten zu folgen. Durch einen Tür neben den Duty Free Läden geht es in einen Raum, den der normale Fluggast eher nicht zu sehen bekommt. Mich erwartet ein Polizist, der mit mir mit dem Aufzug in den Keller fährt. Dort werde ich abermals dazu aufgefordert meinen geliebten grünen Reisepass (alleine schon die grüne Farbe lässt ihn auffällig erscheinen, warum hat er auch einen andere Farbe als der normale deutsche Reispass) zu zeigen. Anschließend soll ich meinen Rucksack öffnen und ich muss erklären, was der Gaskocheraufsatz sei (ziemlich schwierig, wenn der Vietnamese mein Englisch nur halb versteht). Irgendwie schaffen wir das Problem aber aus der Welt und mein Rucksack darf nun doch mit nach Japan fliegen. Endlich im Flieger trennen und nur noch zwei Stunden Halbschlaf von Japan und dann kann um 7 Uhr morgens frisch und ausgeschlafen der erste Tag in Japan beginnen!

Hanoi

An unserem ersten Abend in Hanoi, freuen wir uns vor allem darauf, abermals den Fernsehraum nutzen zu können. Das Abendessen war ziemlich schleimig und dem entsprechend ein wenig anstrengend. Auf dem Rückweg vom Abendessen entdecken wir eine Skateladen. In diesem finde ich den Hoodie, den ich für Japan ohnehin gebraucht habe (und der in Europa gute 60€ teurer gewesen wäre). Von dieser Motivation getrieben statten wir dem Laden täglich einen Besuch (manchmal auch 2 mal täglich) einen Besuch ab, um für Ilija auch noch einen zu finden (im Ende erfolglos).

Am nächsten Tag nehmen wir an einer Walking Tour durch die Stadt Teil, die von unserem Hostel angeboten wird. Auf dieser sehen wir die verschiedenen Teile der Stadt, den Zentralmarkt, den See (im Grunde die Basis unserer Orientierung über die nächsten Tage). Außerdem probieren wir chinesische Nachtische, die wir auf der Reise bereits oft gesehen, aber auch genau deswegen links liegen gelassen hatten (sie erweisen sich als besser als man dem Aussehen entnehmen kann). Und ich gebe sogar dem Egg Coffee eine zweite Chance (in dem Café, dass laut unserem Führer den Egg Coffee erfunden hat-wo, wenn nicht hier). Er ist besser als letztes Mal aber ein normaler Kaffee reicht mir trotzdem…

Am Abend treffen wir uns mit Ilijas Großcousin und seiner Freundin und gehen zusammen essen. Boris (Ilijas Cousin) ist Koch und dementsprechend verlassen wir uns auf ihn. So landen wir in einem Bun Cha Laden, in dem bereits Barack Obama gegessen hat. Bun Cha ist eine Suppe, zu der man weiße Reisnudeln, frische Kräuter und Knoblauch nach eigenem Ermessen hinzufügen kann. Die Suppe ist, wie zu erwarten ziemlich gut. Leider fällt das anschließend geplante in eine Bar gehen ins Wasser, da sich Boris Magen noch nicht an die südostasiatischen Hygienevorschriften für die Küche gewohnt hat. Also trinken ilija und ich einfach zu zweit ein paar Bier auf der Dachterasse unseres Hostels. Später lernen wir einen jungen Mann aus Simbabwe kennen, mit dem wir gemeinsam vor dem Hostel zu Despacito (seine Antwort auf unsere Frage nach seinem Lieblingslied) tanzen.

Die restliche Zeit spazieren wir durch Hanoi. Am Wochenende ist die Straße um den See für die Walking Street abgesperrt. Dort tummeln sich dann kleine Kinder auf elektrischen Spielzeugautos (und fahren wahllos fremden Menschen über die Füße), Skater üben ihre Tricks und Jugendgruppen tanzen oder singen gemeinsam. Wenn wir gerade einmal nicht spazieren oder essen, dann skaten wir in der Gasse neben dem Hostel. Die enge Gasse bietet den optimalen Schutz vor Autos, leider hat sich dies jedoch auch eine Katze die dringend aufs Klo musste gedacht. Geschickt manövrieren wir durch die kleinen Häufchen durch, die Nase fest verschlossen.

Wir freuen uns auf Japan!ein durchschnittlich voll beladenes Fahrradhaben wir uns einmal gegönnt walking Street

Cat Ba (Halong Bay)

Cat Ba ist eine Insel, nahe des vietnamesischen Festlandes gelegen. Sie ist für uns der Ausgangspunkt unserer Halong Bay Tour, auf welche wir schon über den gesamten Zeitraum unserer Reise hinweg, gespannt hinblicken (Halong Bay war im Voraus immer der Inbegriff meiner Vorstellung davon, wie Südostasien aussieht).

Wie üblich hat der Bus Verspätung (unter anderem, weil wir zwischendrinnen einfach einmal 1 Stunde Pause ohne triftigen Grund machen). Also fällt der eigentliche Plan, den Nationalpark anzuschauen, ins Wasser und wir entscheiden spontan mit einem Roller zum Cannonfort zu fahren (nachdem wir uns die „top ten things to do in Cat Ba“ Liste im Internet durchgelesen haben). Wie in Vietnam anscheinend üblich wird uns abermals eine Parkgebühr abgeknüpft und wir legen die letzten Meter zum Aussichtspunkt zu Fuß zurück. Dort angekommen erwartet uns ein nebelverhangener und durchaus spektakulärer Ausblick über Halong Bay, der meine Erwartungen sogar noch übertrifft. Von der düsteren Stimmung und den beeindruckenden Anblick angesogen, bleiben wir noch bis zur völligen Dunkelheit sitzen und beschließen je nach Möglichkeit, am nächsten Tag wiederzukommen.

Da uns das Abendessen im Touristenlokal (die Nummer eins auf trip advisor) nicht wirklich gut schmeckt, suchen wir noch einen street food laden auf, die meistens billiger und besser aber auf trip advisor einfach nicht vertreten sind. Dieses Mal jedoch, werden wir durch extrem süße und rote Wurststückchen in unserem Bratreis überrascht, die es uns geschmacklich nicht wirklich antun.

Um 8 Uhr soll es zu unserer Tagestour durch Halong Bay losgehen, der zum Frühstücken auf 7 Uhr gestellte Wecker wird überhört oder klingelt gar nicht (wurde langsam aber auch wieder einmal Zeit). Glücklicherweise wache ich noch um kurz vor Acht von selber auf und Ilija schafft es sogar noch ein paar Früchte und Toasts in sich zu versenken, bevor wir mit dem Bus zum Hafen gebracht werden. Dort steigen wir auf ein Boot um, welches uns durch die Bucht fährt. Unterwegs machen wir eine Kajaktour, bei der wir aus nächster Nähe Affen am Ufer beobachten können, und halten auf Monkey Island. Nach ein wenig Kletterei haben wir eine wundervolle Aussicht über Lan Ha Bay und den Strand, an dem leichtsinnige Touristengruppen von frechen Affenbanden überfallen werden. Diese Inselbewohner haben sich nämlich darauf spezialisiert, den Touristen ihr Essen oder Wertgegenstände abzunehmen. Schließlich endet nachmittags die Bootstour und wir haben sogar noch Zeit dem Cannon Fort einen zweiten Besuch abzustatten. Davor drehen wir noch eine kleine Runde mit dem Roller und gelangen danke ins bergige Hinterland, wo wir plötzlich in einer Hochebene landen. Diese wird neben Kühen und Hähnen auch noch von Kletterern besiedelt, wie wir wenig später an den Felswänden herausfinden.

Den Fried Rice essen wir diesmal ohne die Wurststückchen, er schmeckt sehr viel besser! Halong Bay vom Cannon Fort aus Floating Village der Aussichtspunkt auf Monkey Islandan diesem Strand fallen täglich einige Touristengruppen plündernden Affenhorden zum Opfer Die Kletter-Hochebene (und mein schicker Rollerhelm im Vordergrund)Ilija löst auf der Rückfahrt von unserer Halong Tour einen Alarm im Bus aus, den wir als Remix von Boom Boom Boom verstehen (Ton an!)