Hanoi

An unserem ersten Abend in Hanoi, freuen wir uns vor allem darauf, abermals den Fernsehraum nutzen zu können. Das Abendessen war ziemlich schleimig und dem entsprechend ein wenig anstrengend. Auf dem Rückweg vom Abendessen entdecken wir eine Skateladen. In diesem finde ich den Hoodie, den ich für Japan ohnehin gebraucht habe (und der in Europa gute 60€ teurer gewesen wäre). Von dieser Motivation getrieben statten wir dem Laden täglich einen Besuch (manchmal auch 2 mal täglich) einen Besuch ab, um für Ilija auch noch einen zu finden (im Ende erfolglos).

Am nächsten Tag nehmen wir an einer Walking Tour durch die Stadt Teil, die von unserem Hostel angeboten wird. Auf dieser sehen wir die verschiedenen Teile der Stadt, den Zentralmarkt, den See (im Grunde die Basis unserer Orientierung über die nächsten Tage). Außerdem probieren wir chinesische Nachtische, die wir auf der Reise bereits oft gesehen, aber auch genau deswegen links liegen gelassen hatten (sie erweisen sich als besser als man dem Aussehen entnehmen kann). Und ich gebe sogar dem Egg Coffee eine zweite Chance (in dem Café, dass laut unserem Führer den Egg Coffee erfunden hat-wo, wenn nicht hier). Er ist besser als letztes Mal aber ein normaler Kaffee reicht mir trotzdem…

Am Abend treffen wir uns mit Ilijas Großcousin und seiner Freundin und gehen zusammen essen. Boris (Ilijas Cousin) ist Koch und dementsprechend verlassen wir uns auf ihn. So landen wir in einem Bun Cha Laden, in dem bereits Barack Obama gegessen hat. Bun Cha ist eine Suppe, zu der man weiße Reisnudeln, frische Kräuter und Knoblauch nach eigenem Ermessen hinzufügen kann. Die Suppe ist, wie zu erwarten ziemlich gut. Leider fällt das anschließend geplante in eine Bar gehen ins Wasser, da sich Boris Magen noch nicht an die südostasiatischen Hygienevorschriften für die Küche gewohnt hat. Also trinken ilija und ich einfach zu zweit ein paar Bier auf der Dachterasse unseres Hostels. Später lernen wir einen jungen Mann aus Simbabwe kennen, mit dem wir gemeinsam vor dem Hostel zu Despacito (seine Antwort auf unsere Frage nach seinem Lieblingslied) tanzen.

Die restliche Zeit spazieren wir durch Hanoi. Am Wochenende ist die Straße um den See für die Walking Street abgesperrt. Dort tummeln sich dann kleine Kinder auf elektrischen Spielzeugautos (und fahren wahllos fremden Menschen über die Füße), Skater üben ihre Tricks und Jugendgruppen tanzen oder singen gemeinsam. Wenn wir gerade einmal nicht spazieren oder essen, dann skaten wir in der Gasse neben dem Hostel. Die enge Gasse bietet den optimalen Schutz vor Autos, leider hat sich dies jedoch auch eine Katze die dringend aufs Klo musste gedacht. Geschickt manövrieren wir durch die kleinen Häufchen durch, die Nase fest verschlossen.

Wir freuen uns auf Japan!ein durchschnittlich voll beladenes Fahrradhaben wir uns einmal gegönnt walking Street

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Cat Ba (Halong Bay)

Cat Ba ist eine Insel, nahe des vietnamesischen Festlandes gelegen. Sie ist für uns der Ausgangspunkt unserer Halong Bay Tour, auf welche wir schon über den gesamten Zeitraum unserer Reise hinweg, gespannt hinblicken (Halong Bay war im Voraus immer der Inbegriff meiner Vorstellung davon, wie Südostasien aussieht).

Wie üblich hat der Bus Verspätung (unter anderem, weil wir zwischendrinnen einfach einmal 1 Stunde Pause ohne triftigen Grund machen). Also fällt der eigentliche Plan, den Nationalpark anzuschauen, ins Wasser und wir entscheiden spontan mit einem Roller zum Cannonfort zu fahren (nachdem wir uns die „top ten things to do in Cat Ba“ Liste im Internet durchgelesen haben). Wie in Vietnam anscheinend üblich wird uns abermals eine Parkgebühr abgeknüpft und wir legen die letzten Meter zum Aussichtspunkt zu Fuß zurück. Dort angekommen erwartet uns ein nebelverhangener und durchaus spektakulärer Ausblick über Halong Bay, der meine Erwartungen sogar noch übertrifft. Von der düsteren Stimmung und den beeindruckenden Anblick angesogen, bleiben wir noch bis zur völligen Dunkelheit sitzen und beschließen je nach Möglichkeit, am nächsten Tag wiederzukommen.

Da uns das Abendessen im Touristenlokal (die Nummer eins auf trip advisor) nicht wirklich gut schmeckt, suchen wir noch einen street food laden auf, die meistens billiger und besser aber auf trip advisor einfach nicht vertreten sind. Dieses Mal jedoch, werden wir durch extrem süße und rote Wurststückchen in unserem Bratreis überrascht, die es uns geschmacklich nicht wirklich antun.

Um 8 Uhr soll es zu unserer Tagestour durch Halong Bay losgehen, der zum Frühstücken auf 7 Uhr gestellte Wecker wird überhört oder klingelt gar nicht (wurde langsam aber auch wieder einmal Zeit). Glücklicherweise wache ich noch um kurz vor Acht von selber auf und Ilija schafft es sogar noch ein paar Früchte und Toasts in sich zu versenken, bevor wir mit dem Bus zum Hafen gebracht werden. Dort steigen wir auf ein Boot um, welches uns durch die Bucht fährt. Unterwegs machen wir eine Kajaktour, bei der wir aus nächster Nähe Affen am Ufer beobachten können, und halten auf Monkey Island. Nach ein wenig Kletterei haben wir eine wundervolle Aussicht über Lan Ha Bay und den Strand, an dem leichtsinnige Touristengruppen von frechen Affenbanden überfallen werden. Diese Inselbewohner haben sich nämlich darauf spezialisiert, den Touristen ihr Essen oder Wertgegenstände abzunehmen. Schließlich endet nachmittags die Bootstour und wir haben sogar noch Zeit dem Cannon Fort einen zweiten Besuch abzustatten. Davor drehen wir noch eine kleine Runde mit dem Roller und gelangen danke ins bergige Hinterland, wo wir plötzlich in einer Hochebene landen. Diese wird neben Kühen und Hähnen auch noch von Kletterern besiedelt, wie wir wenig später an den Felswänden herausfinden.

Den Fried Rice essen wir diesmal ohne die Wurststückchen, er schmeckt sehr viel besser! Halong Bay vom Cannon Fort aus Floating Village der Aussichtspunkt auf Monkey Islandan diesem Strand fallen täglich einige Touristengruppen plündernden Affenhorden zum Opfer Die Kletter-Hochebene (und mein schicker Rollerhelm im Vordergrund)Ilija löst auf der Rückfahrt von unserer Halong Tour einen Alarm im Bus aus, den wir als Remix von Boom Boom Boom verstehen (Ton an!)

Ninh Bình

Die Fahrt nach Ninh Bình vergeht relativ schnell. Da wir zu früh losgefahren sind, kommen wir sogar überpünktlich an. Wobei ankommen dafür steht, dass wir auf dem Autobahn Seitenstreifen (die Straße kommt einer Autobahn gleich..) herausgelassen werden. Der Busfahrer ist ziemlich unfreundlich und auch herausgelassen sollte treffender durch herausgeschmissen ersetzt werden, aber schließlich kommen wir mit dem Taxi im Hostel an. Das noch sehr neue Hostel hat angenehme Betten und eine common area, die durch einen nahezu perfekten Billiardtisch auftrumpft. Abends gehen wir auf Empfehlung des Hostelbesitzers sehr leckeres Hühnchen essen- dabei lernen wir ein bisher unbekanntes, sehr saueres Gemüse kennen. Anschließend zurück im Hostel spielen wir Billiard, während andere Reisende der Lieblingsbeschäftigung aller Asiaten (nämlich Karaoke singen) nachgehen.

Am darauffolgenden Tag wollen wir die Mua Cave besichtigen. Dabei handelt es sich um einen nahegelegene Aussichtspunkt, von dem aus man die Karstfelsen und dazwischen gelegene Reisfelder beobachten kann. Im Hostel leihen wir uns einen Roller aus und machen uns auf den Weg dorthin. Dort angekommen werden wir direkt auf einen Parkplatz gewunken (sehr unüblich, Vietnamesen parken ohne Probleme in dritter Reihe auf Hauptstraßen) und müssen 30000 Dong bezahlen. 50 m weiter hätte der Parkplatz 10000 Dong gekostet, aber das sehen wir erst als wir schon eingeparkt haben und auf dem Weg zum Aussichtspunkt sind. Das Wetter ist trüb und düster und verleiht dem tollen Ausblick eine mystische Stimmung. Kurz verweilen wir auf dem Felsen, dann geht es wieder Richtung Hostel, um die tägliche Portion Haferflocken zu uns zunehmen. Doch da macht uns unser Roller einen Strich durch die Rechnung. Kaum sind wir 1 km weit gefahren, dreht der Beschleuniger durch und lässt uns kein Gas mehr geben- wir stehen am Straßenrand. Mit Hilfe der freundlichen Einheimischen bekommen wir es nach einigem herumtelefonieren hin, dass jemand vom Hostel mit einem neuen Roller kommt. Kurz wird das Benzin mit einer Flasche abgesaugt und umgefüllt, dann geht es weiter für uns (die Vietnamesen sind sehr unkompliziert was das Problemlösen angeht-aus dem Nichts kommt ein neuer Roller).

Eine Portion Oats später geht es weiter zur größten Tempelanlage Vietnams. Der Weg dorthin (ebenfalls per Roller) führt uns durch verwinkelte Hügelformationen und zu einem großen See, an dessen Ende sich auf einem Hügel die Pagode der Tempelanlage erhebt. Der alles unwabernde Nebel erzeugt abermals eine düstere und verwunschene Stimmung, die uns aber gefällt und spannend ist. Die Tempelanlage selbst stellt sich als Reinfall heraus, wir haben auf dem Weg dorthin zu viel Zeit verloren (der See hat uns in seinen Bann gezogen), als dass sich ein Besuch noch lohnen würde. Am nächsten morgen geht es früh nach Cat Ba (Halong Bay) weiter. Ausblick Mua Cave

Hanoi

Die Zugfahrt nach Hanoi ist mit 18 Stunden bemessen, was bedeutet, dass wir von einer 19 stündigen Fahrt ausgehen sollten. Nicht gerade in Vorfreude aber gut präpariert geht es also in den Zug. Als es schließlich ans Eingemachte geht und wir angestrengt versuchen einzuschlafen, kommt ein Schaffner vorbei und hält uns sein Handydisplay entgegen, auf dem vom Google übersetzter übersetzt steht, „wollen sie eine koreanische Gitarre kaufen“. Gespannt um was es sich hierbei handelt folge ich ihm in die Schlafwägen wo er dann auf zwei freie Betten zeigt. Ich denke schon, handle sich hierbei um den Freifahrtschein zu einer doch erholsamen Nacht, als er (nachdem ich ilija begeistert berichtet habe) mir der Hand signalisiert, dass wir einen Aufpreis zahlen müssten (ich stehe schon mit umgehängtem Schlafsack im Gang). Dennoch bekommen wir beide ein wenig Schlaf. Gegen 1 Uhr Mittag kommen wir in unserem Hostel in Hanoi an.

Hanoi ist bisher die, vom Verkehr her, schlimmste Stadt unserer bisherigen Reiseroute. Die ohnehin lebensmüden Rollerfahrer Südostasiens sind hier mit einem weiteren Funken Wahnsinn ausgestattet und machen nicht nur die Straßen, sondern auch ausnahmslos die Gehsteige unsicher. Dennoch schaffen wir den Weg zum Abendessen. Unterm Dach des Hostels gibt es eine Fernsehecke, wo wir die in Brisbane bei Steffi begonnene Serie Narcos weiterschauen können. Als selbst diese Freude unsere Müdigkeit nicht mehr verdrängen kann schlafen wir schließlich erschöpft in den, für asiatische Verhältnisse unglaublich komfortablen Betten, ein.

Unsere Zielsetzung für den nächsten Tag ist es, eine Fake North Face Jacke für Japan zu finden (um dem Winter zu trotzen) und unsere letzten Teil der Südostasien-Reise zu planen. Der erste Teil des Plans wird nach einiger anstrengender Lauferei, Fahrerei, Sucherei, Gestik und Entnervung aufgrund hoher Preise und größtenteils nicht ausreichen überzeugender Qualität gestrichen. Die Anstrengung wollen wir mit einem Kaffee ausgleichen. Und da wir jetzt bereits an einigen Ecken über das Wort Eggcoffee gestolpert sind, beschließe ich kurzerhand Ilijas zögern zu überhören und für uns beiden einen zu bestellen-immerhin haben wir probiert und so eine neue Erfahrung gesammelt. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Der zweite Teil des Plans geht gut auf, unsere Route legt sich schnell fest (obwohl der Vietnam Reiseführer gerade unauffindbar ist-ich habe letztens umgepackt und dabei muss er verschwunden sein).

Abends auf dem Weg zum Abendessen sehen wir gegrillte Hunde, und führen anschließend eine angeregte Diskussion über Vegetarismus. So geht unser erster Aufenthalt in Hanoi zu Ende, wir kommen aber wieder.

Der Bus am nächsten morgen fährt eine halbe Stunde zu früh los (zum Glück haben wir den Tipp auf dem Ticket befolgt und sind wirklich früher losgefahren-früher losfahren ist hier eine gerade zu irrwitzige Vorstellung.

das Gerücht stellt sich als wahr heraus Blick von der Dachterasse unseres Hostelsder nicht so leckere egg coffee

Da Nang

Da wir Silvester in Da Nang verbringen, haben wir uns im Voraus ein Hotel mit einer Dachterasse gebucht. Von dort aus, so unser Plan, wollen wir dann an Neujahr entspannt das Feuerwerk beobachten (wichtig: darauf komme ich im Blogeintrag nochmals zurück). Im Taxi auf dem Hinweg zum Hotel antwortet der Taxifahrer auf unsere Frage ob das Hotel gut sei mit einem entschlossenen no und schüttelt energisch den Kopf. Wir müssen ein wenig lachen und lassen uns aber nicht verunsichern (besser als ein Hostel wird es schon sein-und ist es auch absolut) Als wir nun also um 10 Uhr (der Bus war merkwürdigerweise pünktlich) im Hotel ankommen, erhalten wir an der Rezeption die Nachricht, dass wir erst um 13 Uhr einchecken können. So steht uns zunächst einmal das aus Australien gewohnte „Zeit vor dem Check-In totschlagen“ bevor. Mit unserem Gepäck bleibt einem eigentlich nur übrig, die Lobby des Hotels zu besetzen und sich hinter einem Wall an Rucksäcken, Oatspackungen (aufgrund der neuen Größe von 1,1kg auch liebevoll als Oatstonnen bezeichnet) und Skateboards abzuschotten.

Endlich eingecheckt stehen wir vor einem neuen Problem. Der Zettel, den uns die Rezeptions Dame in die Hand gedrückt hat, legt die Öffnungszeiten der Skybar und des Rooftop-pools auf 8-22 Uhr fest. Wie genau sollen wir dann das Feuerwerk (=der Grund für das Hotel) schauen? Genau diese Frage stellen wir an der Rezeption und erhalten darauf die Antwort, dass die Mitarbeiter am nächsten Tag ab sechs Uhr wieder arbeiten müssen und die Dachterasse somit leider nicht offen bleiben kann. Wir nehmen uns vor, das Ganze zu gegebenem Anlass nochmals zu besprechen. Zunächst wird einmal der dringend notwendige Mittagsschlaf fällig.

Der Aufenthalt in Da Nang verläuft sehr träge und ohne viele Aktivitäten, da es oft regnerisch ist und die Stadt selbst auch keine Attraktionen bietet. Hauptsächlich genießen wir die Vorzüge des Hotels (sprich das gemütliche Bett). Jeden Abend drehen wir eine kleine Essensrunde und geben dazu den Tipp, nachts kleine Gassen und Nebenstraßen zu meiden, ein für alle mal auf (wobei der Tipp aufgrund unserer Größe vielleicht auch relativiert werden müsste). Abgesehen davon machen wir einen Strandspaziergang und wagen uns, wenn der Nieselregen einmal aufhört, mit den Skateboards auf die Straße.

Als wir unsere weitere Routenplanung überdenken, stellen wir fest, dass sich bei uns langsam eine Reisemüdigkeit bemerkbar macht. Diese besteht nicht darin, dass wir die schönen Orte nicht mehr schön finden, ganz im Gegenteil sie machen uns immer wieder aufs neue sehr viel Freude. Viel mehr ist es anstrengend alle drei, vier Tage aufs neue alle Sachen zusammenzupacken und mit dem Zug oder Bus weiterzufahren. Hier unterscheidet sich unser Reisekonzept von eigentlich allen anderen Reisenden, die entweder länger als wir unterwegs sind und dann an jedem Ort mehr Zeit haben, weniger Länder Besuch und so mehr Zeit haben oder generell nur über einen kürzeren Zeitraum verreisen.

Als wir nun schon die Rezeption und die „skybar“ (eine kleine Theke neben dem Pool) mehrmals belagert haben, ob sie nicht an Silvester bitte eine Ausnahme machen könnten, treffen wir schließlich zufällig auf eine Dame die unser Englisch auch einmal wirklich versteht und dazu noch Bescheid weiß. Es stellt sich heraus, dass an Neujahr selber gar kein Feuerwerk stattfindet, sondern nur ein Countdown auf einer großen Bühne. Ein Feuerwerk soll am 1 Januar um 21:00 stattfinden. Da für den Countdown einige vietnamesischen Künstler angekündigt sind, entscheiden wir dem Event fernzubleiben. Denn wenn Vietnamesen eine Sache wirklich nicht können, dann ist das Musik produzieren, die unseren westlichen Ohren auf eine angenehme Art zusagt. Also gehen wir an Silvester wieder bei unseren Stammrestaurants essen (die Shrimps-pfannkuchen-Reisrollen und ein Hähnchen-Laden). Danach geht es ins Hotel wo wir das neue Jahr mit lauter Musik begrüßen-leider geht die Box um 0 Uhr aus, weil sie leer ist. Ein wirklicher Stimmungsschub bei den Einheimischen lässt sich nicht bemerken. Auch das offizielle Feuerwerk am 1 Januar ist für jede Person, die einmal das Abschlussfeuerwerk der Rheingauerfeste miterleben durfte, kein wirklich beeindruckendes Erlebnis. Dennoch ist es ein schönes Gefühl, von der Poolterasse aus zu beobachten, wie die Raketen in einem von ungewöhnlich langen Pausen durchzogenen Rhytmus den regnerischen Himmel erhellen und eins kleine Vorahnung eines Silvestergefühls mit sich bringen.

Da wir uns noch einen Tag Pause vor dem Trip nach Hanoi in den Norden gönnen wollen, buchen wir das von unserem ersten Aufenthalt in Da Nang bekannte Hostel für eine Nacht. Es regnet uns gibt nicht viel zu tun, also skaten wir auf dem schmalen Gang vor dem Hostel und essen gemeinsam mit der Familie der Hotelbesitzerin zu Abend.

Unser Zug nach Hanoi geht um 18:45 am Abend und wird uns dann 18 Stunden durch die Nacht und den Morgen in den Norden bringen-wir freuen uns schon auf die Fahrt!Unser Neujahrs Foto Da Nang StrandFeuerwerk am 1 Januar

Hoi An

Bei dem Bus, der uns von Da Nang nach Hoi An bringt, handelt es sich nicht um einen normalen Bus. Sein Inneres gleicht eher einem 20 Personen Zimmer in einem Schlafzug (so sollte man sich den Bus gut vorstellen können). Irgendwie ist es skurril, dass wir die kürzeste Fahrt unserer Reise in dem mit Abstand gemütlichsten Gefährt zurücklegen (dies darf uns aber auch nicht weiter stören). Hoi An empfängt uns mit verhangenem Himmel und feuchten Straßen. Im Hostel lernen wir schnell einen Brasilianer kennen. Gemeinsam erkunden wir die bekannte Altstadt Hoi Ans. Die für ihre verschiedenen Einflüsse bekannte ehemalige Hafenstadt (hier durften sowohl Chinesen, Japaner als auch Franzosen und sogar Portugiesen mitmischen) wird den Besuchermassen aber durch kleine verwinkelten Gassen und kleine geduckte Häuser gerecht. Als es Abend wird gehen in den kleinen Gassen bunte Lampions an und auf dem Fluss fahren ebenfalls mit Lampions verzierte Boote, deren Besitzer nicht zögern einem Bootsfahrten aufzudrängen. Wir müssen zunächst aber erst einmal ins Hostel zurück, um an der abendlichen Cooking Class teilzunehmen. Dort lernen wir, wie man frische Frühlingsrollen zubereitet und dürfen anschließend sogar ein paar probieren. Später gehen wir, wieder mit dem Brasilianer, in der Altstadt etwas essen. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass das Gericht, welches wir unbedingt essen wollten (und welches ihm empfohlen wurde) gar nicht das war, welches wir gegessen haben-es hat trotzdem gut geschmeckt. In der Pub Street Hoi Ans trinken wir vor dem Schlafen noch ein Bia Hoi (Spezialität aus Vietnam). Dabei handelt es sich um täglich frisch gebrautes und dann nur für einen Tag haltbares Bier. Um ehrlich zu sein schmeckt es aber eher nach einem mit Säure versetzen Wasser und so reicht uns ein Glas für die Zeit.

Der Brasilianer reist bereits am nächsten Tag (nach dem er uns begeistert vom gratis Frühstücksbüffet erzählt hat-und wirklich planen wir die nächsten Tage eine Stunde fürs Frühstück ein um das Buffet richtig abzugrasen) ab und so drehen wir unsere Runde durch die Stadt einfach nochmal zu zweit. Die Altstadt ist wirklich sehr schön und es findet sich immer eine kleine noch nicht gesehene Gasse. Unserer Meinung nach ist Hoi An die schönste Stadt die wir bisher in Südostasien gesehen haben. Die alten, kleinen Häuser sind ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Normalerweise zeichnen sich die Südostasiatischen Städte nicht durch Schönheit aus. Vielmehr ist dann die, die Städte umgebende, Natur einen Besuch wert. Hier in Hoi An ist es einmalig, dass eine Stadt mit der Natur mithalten kann und so verbringen wir die Tage eigentlich ausschließlich in der Altstadt.

Abends entdecken wir einen Banh Mi Laden um die Ecke (Vietnamesische Baguettes- anhand der Qualität der Baguettes lässt sich auch der französische Einfluss festmachen). Dieser ist nach zwei sehr leckeren Baguettes bereits ausverkauft (um 7 Uhr abends- aber so etwas wird hier eben nicht so eng gesehen).

Im Hostel lernen wir die Australierin Christine kennen (mit vietnamesischen Wurzeln) und gemeinsam kaufen wir uns ein Ticket für die historischen Gebäude der Altstadt und sehen so chinesische Versammlungshallen und Tempel. Die am Nachmittag vom Hostel angebotene Fahrradtour fällt aufgrund von Regen leider ins Wasser (hahaha). Immerhin können wir so abends früher beim Banh Mi Laden um die Ecke sein, und noch voll zuschlagen. Mit vollem Magen wagen wir uns noch einmal in die Pub Street. Jedoch ist Christine die einzige die Bia Hoi trinkt, Ilija und ich steigen lieber auf normales Bia um.

Am nächsten morgen geht es schon wieder nach Da Nang, wo wir dann Silvester verbringen werden.

der Schlafbus ein etwas edlerer Drip Coffee

Cooking Class

Da Nang

Mit knackigen 2 1/2 Stunden Schlaf im Gepäck startet für uns morgens um 4:30 Uhr unsere Reise mit Kurs auf Da Nang. Da wir uns eine zwei mal elf stündige Busfahrt mit einer Umstiegspause von 1 Stunde aufjedenfall ersparen wollen (dafür haben wir bereits in Australien zu viele Erfahrungen gemacht) haben wir uns für eine 18 stündige Zugfahrt entschieden. Diese ist bereits nach 10 Stunden ziemlich anstrengend aber im Gesamtpaket immer noch besser als eine Doppelbusfahrt. Direkt am Anfang unserer Zugreise kommt, wie aus Thailand gewohnt, eine Stewardess vorbei und fragt, ob wir Etwas zum Essen haben wollen. Zu dem angeblichen „Steamed Rice“ sagen wir natürlich nicht nein- leider kostet uns der glibberige weiße Brocken (mit einem Süß sauer Sauce Spritzer oben drauf) unerwarteter Weise 20000 Dong das Stück. Bei dem uns verkauften essen handelt es sich definitiv nicht um Steamed Rice und nach drei Bissen müssen wir die wirklich ungenießbare Speise leider wegwerfen.

Endlich um halb zwölf angekommen, erweist sich unser Hostel zum Glück als sehr angenehm. Jedes Bett hat einen kleinen Vorhang mit dessen Hilfe man sich in dem 14 Personen Zimmer ein wenig Privatsphäre schaffen kann. Von unserem Weihnachtsessen übriggeblieben, haben wir für die Zugfahrt noch Baguette und Salami dabei gehabt. Die Reste dieses Proviants werden auf der geräumigen Terrasse unseres Hostels gegessen (zu einem sehr wichtigen Kriterium für ein Hostel ist, über den Verlauf unserer Reise, das Vorhandensein einer Chill-area herangewachsen) und anschließend geht es ins Bett.

Am nächsten Tag, noch von der Reise gerädert, schlafen wir aus (solange es uns erlaubt wird,wer noch etwas vom gratis Frühstück abstauben möchte sollte sich an den Zeiten davon richten). Nach dem Frühstück- welches wir uns natürlich nicht entgehen lassen- geht es für ilija eine zweite Runde schlafen. Am frühen Nachmittag machen wir uns mit dem Taxi zur städtischen Shopping Mall auf, da uns bereits mulmig zu Mute wird, wenn unser Haferflocken Vorrat auf unter 1 kg absinkt. Zum Glück finden wir nach einiger Suche dann doch noch Haferflocken in dem Supermarkt und nehmen direkt einmal 4 weiter Kilo mit. Nebenbei haben wir auch noch eine kleine vietnamesische „Kaffeemaschine“ (ein Aufsatz für eine Tasse mit dem man Filterkaffe machen kann) entdeckt, die es gratis zu einer Kaffeepackung dazu gibt (und natürlich Teil unserer nach und nach überquellenden Reiseausstattung wird, denn guter Kaffee ist teuer, ganz verzichten wollen wir aber auch nicht).

Abends gehen wir, einer Empfehlung der Hostelbesitzerin folgend, in ein kleines Straßenrestaurant (welches selbst unsere Verhältnisse unterschreitet). Das Essen ist wirklich sehr lecker und billig zu gleich. Und nachdem uns ein Einheimischer Opa erklärt, dass man die Shrimp-Pfannkuchen in das Reispapier mitsamt Salat und Papajastreifen einrollt und dann in die Erdnusssauce dippt, kommen wir sehr gut zu Recht (bei unserem ersten Versuchen haben alle um uns herumsitzenden Vietnamesen nur ungläubig geschaut oder gelacht). Da wir so billig gegessen haben, statten wir auf dem Rückweg zum Hostel noch einer Bar an der Straßenseite einen Besuch ab (unser erstes vietnamesisches Bier schmeckt okay, ist aber ein bisschen zu wässrig).

Kurz vor unserer Weiterfahrt nach Hoi An, lernen wir morgens im Hostel noch einen Japaner kennen, der uns Empfehlungen für Osaka und Kyoto gibt und welchen wir vielleicht in Kyoto wieder treffen werden. unsere Kaffeemaschine (und der Japaner im Hintergrund)